Gestern rief ein nationalistischer Verein namens „Patrioten e.V.“ zu einer sog. Bärgida-Demonstration auf. Als Ableger der Pegida-Treffen in Dresden sollte auch in Berlin – genauso wie in verschiedenen anderen Städten – gegen Asylsuchende, Muslime_a, Geflüchtete und andere Menschen, die nicht in das Weltbild der Neu-Nazis, die angeblich keine sein wollen, gewettert werden. Dies gelang glücklicherweise weder in Berlin, noch in Köln, kaum in Hamburg, Rostock und auch in Dresden nicht widerstandslos.

Denn viele Vereine, Gruppen und Einzelpersonen gingen gestern auf die Straße, um sichtbar zu machen, dass Pegida nicht kommentarlos durch die Straßen marschieren kann. In Berlin riefen zum Beispiel das Bündnis gegen Rassismus, Berlin gegen Nazis und der Türkische Bund Berlin-Brandenburg zu Gegendemostrationen auf. 

Diesem Aufruf sind auch das In&Out-Team und einige Ehrenamtler_innen von Lambda-Berlin-Brandenburg gefolgt. Wir alle hatten trotz der Kälte eine gute Zeit auf der Demo und waren froh und stolz, als die Bärgida-Demonstrant_innen unverrichteter Dinge wieder nach Hause fahren mussten, da sie von allen Seiten am Marschieren gehindert wurden.

Hintergrund: Seit einigen Wochen schon finden nationalistische Versammlungen in unterschiedlichen Städten statt. Ihren Ursprung haben sie zum einen in Dresden, wo nach wie vor am meisten Pegida-Anhänger_innen zusammen kommen und zum anderen in den rassistischen Gruppierungen, die in verschiedenen Bezirken und Regionen gegen Unterkünfte für Asylsuchende oder den Bau von Moscheen hetzten. Dass es sich bei diesen Menschen zum größten Teil nicht um beosrgte Bürger_innen, sondern um waschechte Neo-Nazis handelt, die in den entsprechenden Parteien und faschistischen Strukturen organisiert sind, wurde anhand vieler Beispiele bereits nachgewiesen.

Wir fordern, dass Politik und Medien den Fokus nicht auf die angeblichen Sorgen der Pegida-Gefolgschaft richten, sondern auf die Sorgen und Ängste der Menschen, die in Deutschland täglich von rassistischen und anderen menschenfeindlichen Bedrohungen betroffen sind (hierzu ein Beitrag im Migazin). Auch unsere Klient_innen berichten immer wieder, dass sie sich von rechten Mitschüler_innen, Nachbar_innen oder Kolleg_innen bedroht fühlen und bei rassistischer und nationalistischer Stimmungsmache, ein Coming-out zusätzlich belastend finden.