Gestern fand ein informelles Treffen zwischen dem armenischen Menschenrechtsaktivist Dr. Karen Andreasyan, Elias Zenck aus dem Vorstand von Lambda Berlin-Brandenburg e.V. und der In&Out Projektkoordinatorin Lisa Müller statt.

Bei einer Tasse Tee informierten wir Dr. Karen Andreasyan, der auf Einladung des Goethe Instituts in Berlin war, über die Lebenssituation von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans* und queeren Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland und über die Arbeit, die das Jugendnetzwerk Lambda leistet. Auch er berichtete von der Situation in Armenien und den Herausforderungen, denen er sich als Menschenrechtsaktivist gegenüber sieht.

Dr. Andreasyan war überrascht zu hören, dass auch in Deutschland viele Jugendliche und junge Erwachsene ihre Identität gegenüber der Familie, Freund_innen und Mitschüler_innen oder Arbeitskolleg_innen verheimlichen und Räume wie das Jugendhaus von Lambda-BB und Angebote wie die In&Out Jugendberatung nötig sind.

In Armenien gibt es laut Dr. Anderasyan gegenüber lsbtq Lebensweisen große Vorbehalte in der Bevölkerung. Zwar ist Homosexualität seit 2003 nicht mehr illegal, viele Menschen sehen darin jedoch eine Krankheit und halten den Kampf für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt für kolonialistische Propaganda aus dem Westen. Die einzige queere Organisation Armeniens ist Pink Armenia, die laut Dr. Andreasyan seine Arbeit für nicht progressiv genug hält.

Die Diskussion mit Dr. Karen Andreasyan war sehr spannend und wir danken ihm für sein Interesse an Lambda und der In&Out Jugendberatung.